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DIE SONNE AUF DER ZUNGE (UA)

Multimediale Performance zur Utopie einer Utopie

Uraufführung von Werner Fritsch mit Musik von Norbert Rodenkirchen

Video-Trailer

 

"Die Sonne auf der Zunge beweist, dass die Kölner Off-Szene noch innovative Abende hervorbringt. (...) Für Werner Fritschs komplexe, lyrische Theatertexte hat das A.TONAL.THEATER eine ausgezeichnete Spielweise gefunden, die Fritschs Stärken hervor hebt, den Mut zu radikalen Brüchen, das Auflösen aller Erzählgewohnheiten, die ernsthafte Suche nach neuen Zusammenhängen." (Deutschlandradio Kultur)     

"Jörg Fürst gelingt die Gratwanderung mit klarer Ästhetik und hoher Konzentration. Was die drei Schauspielerinnen hier leisten, ist große Klasse. Denn nur eine verrutschte Nuance würde beim chorischen Sprechen und Spielen gleich zu einer folgenschweren Irritation führen. Sie halten den Energielevel hoch und beweisen, dass auch Kölns undurchschaubare, in Vielzahl zersplitterte Off-Theaterszene erstklassige Produktionen heraus bringen kann." (Stefan Keim für nachtkritik.de)

"Jörg Fürst findet einen perfekten Zugriff. Weil die drei Schauspielerinnen fast alle Texte gemeinsam sprechen, kommt man gar nicht in die Nähe von Individualisierung und Psychologie. Es entsteht ein komplexes Klangkontinuum der menschlichen Grausamkeit, verbunden mit einer zwischen Barock-Klängen und Live-Elektronik oszillierenden Bühnenmusik." (AKT, Die Kölner Theaterzeitung)

 

Mit der Uraufführung "DIE SONNE AUF DER ZUNGE" setzen wir unseren Weg, eigene Stückentwicklungen im Grenzbereich von Schauspiel, Dokumentartheater, Musik und multimedialer Performance zu erarbeiten konsequent weiter fort:

Der vielfach ausgezeichnete Berliner Autor und Hörspielregisseur WERNER FRITSCH - bekannt durch Stücke wie "Nico Sphinx aus Eis" oder das Hörspiel des Jahres 2006 "Enigma Emmy Göring" - hat eigens für das Kölner A.TONAL.THEATER einen Text quasi auf den Ensemble-Leib geschrieben: DIE SONNE AUF DER ZUNGE. In die DIE SONNE AUF DER ZUNGE führt Fritsch Begegnungen von jeweils drei Frauenfiguren herbei - über 3000 Jahre und über kulturelle Grenzen hinweg: Ein Ballyhoo im Gestern und ein Showdown im Jetzt. Im 1. Teil "VOR UNSERER ZEIT" geht es um den griechischen Mythos der Fruchtbarkeitsgöttin Persephone, welche aus Liebe von Hades, dem Gott der Unterwelt, in eben diese entführt wird. Daraufhin droht auf der Erde alles zu verdorren und in ewige Winterstarre zu verfallen. Ihr Vater Zeus erwirkt daraufhin den Kompromiss, nachdem Persephone drei Monate im Jahr in der Unterwelt und neun Monate auf der Erde verbringen soll. Laut Legende ist so die Jahreszeit des Winters entstanden. Im 2. Teil "IN UNSERER ZEIT" wird die reale Geschichte der Roma Courash im KZ Auschwitz erzählt. Der 3. Teil "NACH UNSERER ZEIT" führt schließlich einzelne Linien aus der Vergangenheit und der Gegenwart - wie den 11. September in New York - über kulturelle Grenzen hinweg zusammen: Das Aufsprengen der Vergangenheit und das Neuzusammensetzen der gesprengten Schichten lässt eine Ahnung entstehen von der Alchemie einer Utopie ... der Möglichkeit von Utopie im Zeitalter nach den Utopien.

DIE SONNE AUF DER ZUNGE ist ein multimediales Projekt - bestehend aus einer Rauminszenierung, Sprache, szenischen Aktionen, dokumentarischem Material, Video und Live-Musik - welches Werner Fritsch, den international gastierenden Kölner Musiker Norbert Rodenkirchen (Alte Musik/Live-Elektronik mit alten Instrumenten), den kroatischen Videokünstler Valerij Lisac (u.a. Musikfabrik NRW, fura del baus) sowie den Kölner Theaterregisseur Jörg Fürst mit seinem Ensemble A.TONAL.THEATER in einem Gemeinschaftsprojekt zusammenführt. Es ist der Versuch eine neue Verbindung der Elemente Neue Deutsche Lyrik, Dokumentartheater, Elektronische Musik, Alte Musik und Video herzustellen.

Die Produktion entsteht in Kooperation mit Freihandelszone – Ensemblenetzwerk Köln, studiobühneköln und dem Theater im Ballsaal BONN und ist Festivalbeitrag zur internationalen Gastspielserie GLOBALIZE:COLOGNE 2011. Förderer sind das Kulturamt der Stadt Köln, die RheinEnergie Stiftung Kultur Köln und das Ministerium für Familie, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen.

DARSTELLERINNEN: Alexe Limbach, Andrea Köhler, Christine Stienemeier; LIVE-INSTRUMENTALISTEN: Norbert Rodenkirchen (Flöten/Synthezizer/Komposition), Angela Koppenwallner (Cembalo)

Texte: Werner Fritsch; Musikkomposition: Norbert Rodenkirchen; Video: Valerij Lisac; Regie: Jörg Fürst; Bühne: Jana Denhoven; Licht: Andreas Kröher; Kostüme: Monika Odenthal; Maske: Anke Scheiter; Layout/Internet: Jörg Waschat/nondesign; Produktion/Technik: Garlef Keßler, Lucas Vavilov; Videodokumentation: Basa Vujin-Stein; PR: Freihandelszone, Agentur Neurohr & Andrä